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Psychologie Schreibtipps Part 3: Klappentext gekonnt formulieren


Ich kenne keinen Autor, der seine Klappentexte gern schreibt. Da kämpft man sich ab, auf 300, 400, 500 oder mehr Seiten, seine Geschichte möglichst vorteilhaft zu präsentieren und dabei soll die Essenz der Story auf rund 100 Wörter eingekocht werden.


Klappentexte schreiben wird nie leichter werden, doch lass mich dir ein paar Punkte mit an die Hand geben:


1.) Glückwunsch!


Wenn jemand sich unserem Klappentext zuwendet, haben wir die erste Hürde bereits genommen. Ein potenzieller Leser fand unser Cover also so interessant, dass er sich dazu entschied, uns mehr Zeit zu schenken.


2.) Lesbar


Wie immer beim Design von Text gilt: Mach deinen Text so gut lesbar wie möglich. Und zwar rein optisch. Keine verschnörkelten, experimentellen Schriften, kein zu dunkler Hintergrund bei dunkler Schrift, keine Designelemente, die die Fläche des Klappentextes durchziehen.


3.) Kurz


Niemals die ganze Rückseite des Buches mit Text zukleistern! Das ist der einfachste Weg, um jemanden dazu zu bringen, unser Buch zurückzustellen. Selbst wenn es aus dem Regal genommen wurde, bedeutet das nicht, dass unser potenzieller Leser alle Geduld der Welt mit uns hat. Wir haben den Bruchteil einer Sekunde Gelegenheit, um mit dem Cover zu überzeugen. Dem Klappentext geben viele nur ein bis zwei Sätze. Unsere ersten beiden Sätze müssen sitzen! Sonst wird auch der Rest des Klappentextes nicht gelesen.


4.) Spezifisch


Was macht speziell unsere Geschichte aus? Stell das an den Anfang. Besonders gut eignen sich an dieser Stelle auch Fragen. Aber auch hier: Sei spezifisch. Nichts ist langweiliger als: „Wie weit wärest du bereit zu gehen?“ Das hat jeder schon X-Mal gelesen.


Hier kommt der Sinn des Klappentextes ins Spiel: Unser Cover soll ein möglichst großes Publikum unserer Zielgruppe anziehen, also möglichst „Mainstream“ sein.

Der Klappentext hingegen soll aussortieren. Mit dem Klappentext wollen wir die Leser finden, die genau unsere Geschichte lesen wollen. Warum? Richtige Leser bedeuten gute Rezensionen und mehr Empfehlungen und sind wir ehrlich: Kein Markt lebt stärker von Empfehlungen als der Buchmarkt.


5.) Kurios


Für Vielleser, gerade im Fantasy, gilt: Je neuartiger das Konzept der Story, desto besser. Wenn du also wirklich einen ungewöhnlichen Einfall hattest - geize nicht damit. Baue genau um diese Sache herum den Klappentext auf. Ist dein Konzept nicht neu? Verwende ein knackiges Zitat.


6.) Assoziationen


Verlage mache es völlig schamlos, im Selfpublishing ist es selten: Sich mit fremden Federn schmücken. Sei es durch eine Empfehlung, die man sich von einem etablierten oder bekannten Autor im gleichen Genre holt und abdruckt, oder durch Erwähnung von Bestsellern, die einen ähnlichen Stil oder eine im entferntesten ähnliche Story besitzen. Psychologisch sorgt die bloße Assoziation unseres Buches mit einem bekannten Namen dafür, dass das Buch als hochwertiger angesehen wird.

Das sind ein paar wesentliche Punkte, die einen gigantischen Unterschied machen können.

In zwei Wochen geht es weiter mit dem Thema: Die erste Seite - Wie fangen wir Leser endgültig ein?


Vinachia

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