Tagebuch 04.01.2020 - 10.01.2020: Arbeit Teil I

Aktualisiert: März 19

Ihr Lieben,


Heute möchte ich etwas zum Thema Arbeit schreiben.


Es ist okay, wenn du deinen Job hasst.

Es ist okay, wenn du nicht Vollzeit arbeiten und gleichzeitig für deine Familie da sein kannst.

Es ist okay, wenn du dich irgendwann erschöpft und ausgebrannt fühlst und dich einfach nur noch fragst warum.

Es ist okay, wenn du auf der Arbeit nicht wirklich motiviert bist.


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Du bist nicht falsch. Es ist nicht deine Schuld. Du bist perfekt ganz genau so, wie du bist.

Das „normale“ System ist nicht grundlegend falsch oder schlecht, aber es ist nicht für jeden gedacht. Normal ist an dieser Stelle mit Absicht in „“ gesetzt worden, denn das bekannte System bekommt mehr und mehr Ausnahmen und seine einstige Monopolstellung schrumpft.

Aber wir haben es alternativlos vorgelebt bekommen von unseren Eltern und es ist alternativlos transportiert worden von unseren Schulen. Innerhalb dieses Systems nicht zu funktionieren ist mit jeder Menge Scham verbunden.


Was ist Scham? Hier möchte ich auf die wunderbare Dr. Brené Brown verweisen. Sie definiert Scham in Abgrenzung zu Schuld.


Wenn du dich schuldig fühlst, dann sagt deine innere Stimme:

Ich habe das falsch gemacht.


Wenn du Scham empfindest, dann sagt deine innere Stimme zu dir:

Ich bin falsch.


Über Scham-Themen spricht man nicht. Und Dr. Brown hat herausgefunden, dass für Männer und Frauen unterschiedliche schambesetzte Themen existieren.

In a Nutshell:


Frauen: Tu alles auf einmal (Karriere, Familie, Haushalt) und seh dabei so aus, als wäre es leicht. #Powerfrau


Männer: Sei groß, stark und aggressiv, geh keiner Auseinandersetzung aus dem Weg, mach Karriere um jeden Preis und zeige niemals (schwache) Emotionen.


Diese Scham-Themen sind eng mit unserer Wahrnehmung auf der Arbeit verbunden. ABER wenn nur ein einziger von uns dieses Paradigma am Arbeitsplatz durchbricht, dann öffnet dies die Möglichkeit für einen offenen Umgang damit und reduziert den Druck auf jeden Einzelnen.

Warum schreibe ich heute darüber?


Ich war in der vergangenen Woche in Berlin und dort im Rahmen einer meiner Nebenjobs tätig. Ausnahmsweise in Vollzeit und mir fällt dabei immer wieder auf, wie sehr ich mit dem System nicht kompatibel bin.


Eine Woche hat mir vollkommen gereicht um mich sehr lebhaft daran zu erinnern, dass ich das nicht mehr für mich will. Man kommt einfach zu gar nichts und ich verstehe nicht, warum ich mein Leben lang mein wertvollstes Gut - meine Zeit und mein Leben - für jemand anderes opfern sollte.


Das kann auch kein Kickertisch und keine noch so hohe Bezahlung kompensieren. Nichts ist vergleichbar mit dem Gefühl sein eigenes Geld zu verdienen mit einer Arbeit, die man liebt und mit Dingen, die man selbst kreiert und einer eigenen Vision.

Paradoxerweise arbeite ich lachend 12 oder 16 Stunden am Tag an meiner kreativen Leidenschaft, aber für jemand anderes rechne ich mir zu allererst meinen Netto-Stundenlohn aus und nutze diesen Gedanken an jedem einzelnen Tag um meine Stunden reinzuarbeiten und fühle mich danach trotzdem wie ausgesaugt. Bereits nach 4-5 Stunden könnte für mich locker Feierabend sein.


Ich danke dem Internet! Ich danke dem Internet von ganzem Herzen, denn es erlaubt zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit jedem einzelnen Kreativschaffenden ein Publikum von dem er leben kann.


Wie geht es euch? Ist es für euch einfacher?


Manchmal stelle ich mir vor, wie es wohl wäre, wenn ich nur 50 Jahre früher geboren wär.

Ganz ehrlich: Ich glaube nicht, dass ich glücklich geworden wäre.


Aber ich bin es jetzt. Ich bin glücklich und ich bin jeden Tag dankbar für diese Möglichkeit. Danke an jeden, der mir dies ermöglicht. Ich werde immer für euch arbeiten.

Tiefe Gedanken am Freitagabend 😅


Und jetzt fahre ich weiter nach Hause. Zurück nach Hamburg.

Ich wünsche euch ein tolles Wochenende.

Vinachia 💎

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